Erziehungsstellen

Familienwohngruppen In einer Erziehungsstelle werden ein bis zwei Kinder oder Jugendliche im Alter zwischen 0 und 18 Jahren aufgenommen. Die Erziehungsstelle bietet den Rahmen für eine professionelle Erziehung in familiärem Umfeld. Mindestens eine Person in diesen Familien muss eine fachliche Ausbildung besitzen.

Die Betriebserlaubnis wird durch das Niedersächsische Landesamt für Familie, Soziales und Gesundheit erteilt. Professionalität wird durch eine regelmäßige Fachberatung und die mögliche Nutzung der Ressourcen von Kängo gewährleistet. Die Teilnahme an regelmäßigen Fortbildungen sowie an externen Supervisionen tragen entscheidend zur Qualitätssicherung bei.

Die Bereitschaft, „öffentliche Familie“ zu sein, ist erforderlich. Eine Kängo-Erziehungsstelle arbeitet kooperativ, geplant und dokumentierbar. Die Ausgestaltung des alltäglichen Lebens orientiert sich an dem Hilfeplan, in dem die Zielsetzungen der Maßnahme individuell vereinbart werden.

Die Aufnahme in eine Erziehungsstelle soll eine zeitlich befristete Alternative zum Elternhaus sein. Je nach den Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Herkunftsfamilien wird eine Rückkehr in die Familie angestrebt wird. Die Unterbringung in einer Erziehungsstelle kann aber auch auf Dauer, d.h. bis zur Verselbständigung des Jugendlichen angelegt sein.

Den Kindern ermöglicht diese Form der Unterbringung ein Aufwachsen in der Normalität einer Familie, die sich auch nach außen, z.B. in der Schule darstellt. Der Familienstatus beinhaltet ein stabiles Bindungsangebot, verlässliche Lebensverhältnisse in einem überschaubaren Rahmen und insgesamt förderliche Lebensverhältnisse. Durch die Verbindung des Alltagslebens mit pädagogisch-therapeutischer Professionalität sollen die jungen Menschen in ihrer Entwicklung gefördert und psychosoziale Belastungen reduziert werden. Dafür ist es erforderlich, ein umfangreiches Verständnis für den lebensgeschichtlichen Hintergrund des Kindes aufzubringen und dieses im Kontext zu Konflikten und pädagogischen Herausforderungen zu betrachten.

Zu Kängo gehören derzeit (Stand April 2014) zwölf Erziehungsstellen und zwei Familienwohngruppen mit insgesamt 30 Plätzen.